/Rezension/ “Eva Herrschaft” von Franziska Szmania

/Rezension/ “Eva Herrschaft” von Franziska Szmania

März 10, 2020 0 Von Ramona

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Bei diesem Titel handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, welches mir die Autorin zur Verfügung gestellt hat.


Der Klappentext:

Eine Insel.
Eine Regierung.
Eine Herrschaft.

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»Es war besser, als ich von alledem nichts wusste. Leichter. Jetzt warte und bange ich.«

Vor 200 Jahren hat die Insel Selvia sich vom Festland abgeschottet. Eine gewaltige Mauer wurde gebaut, um die Bevölkerung vor den massiven Unruhen auf dem Festland zu schützen.

Technisch und medizinisch hochentwickelt, ähnelt ihr gesellschaftliches System noch immer dem von vor 200 Jahren. Die Regierung unter Präsident Adam hält unangefochten an dem Herrschaftsrecht der Männer fest. »Nur wenn die natürliche Geschlechterordnung beibehalten wird, kann Frieden und Wohlstand herrschen.« (Präsident Adam in seiner Rede zum 200-Jährigen Jubiläum der Mauer)

Eva, Tochter eines Kaufmannes, steht kurz vor einem bedeutenden Ereignis in ihrem 16-jährigen Leben: der Heiratsmarkt. Der Preis, den sie erzielt, bestimmt ihren Wert und ihre Zukunft. Eine Rebellion stellt diesen Wert in Frage und ihr Leben auf den Kopf. Was ist noch wahr in einer Welt, in der nichts so scheint, wie sie es jahrelang geglaubt hat.


Allgemeine Informationen:

Autorin: Franziska Szmania

Titel: Eva Herrschaft

Reihe: Selvia-Reihe Band 1

Genre: Dystopie

Seiten: ca. 430

Preise: E-Book: 4,99€ (im Kindle Unlimited vorhanden) ; Print:

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Meine Meinung:

Wie beschreibt man ein Buch, welches einem beim Lesen schier überrannt und zum Teil fassungslos zurück gelassen hat?

Zumeist kennen wir Dystopien so: Ein System. System ist schlecht. Rebellion startet. Protagonistin rutscht in die Rebellion hinein und entwickelt sich zu einer wichtigen Schlüsselrolle für eben diese. “Eva Herrschaft” ist aber vollkommen anders.

Gleich vorne weg: “Eva Herrschaft” ist nichts für schwache Nerven. Es gibt viele Passagen, in denen knallhart ohne Umschreibungen Szenen beschrieben werden, in denen körperlicher und psychischer Schmerz durchgeführt wird.

Die Charaktere:

Eva, die Protagonistin ist eine 16 jährige junge Frau, die kurz vor dem Heiratsmarkt steht. Sie versucht mit aller Kraft dem erwünschten Ideal einer Inselfrau zu entsprechen und doch regt sich in ihr ein gewisser Widerwille.

Eva selbst zu beschreiben ist sehr schwer, da sie erstens im Laufe des Buches eine ziemlich heftige Entwicklung durchmacht und zweitens allgemein für mich noch keine feste Persönlichkeit entwickelt hat. Eva ist auch keine Heldin in der Geschichte der Rebellion. Sie berichtet ihre Erlebnisse und steckt dabei unverhofft mitten drin, hat aber dabei keine wesentliche Schlüsselrolle inne.

Die Story:

Es ist interessant gewesen eine Rebellion aus einer ganz anderen Sicht zu betrachten, nicht immer die klassische Art, wie oben beschrieben.

Und dennoch hat mich die Story teilweise schier fassungslos gemacht. Das liegt vor allem an den Geschehnissen und deren Beschreibungen. Es ist für mich unvorstellbar in einer solchen Welt zu leben, ich konnte mich auch nicht dort hineinversetzen. Beim Lesen fühlte ich mich selbst als Betrachter von oben, auch wenn die Geschichte aus der Sicht von Eva erzählt wird.

Das Buch wird untergliedert in drei große Abschnitte. “Tage vor der Dunkelheit”, “Tage in der Dunkelheit” und “Tage danach”.

In den “Tagen vor der Dunkelheit” wird man als Leser mit dem System vertraut gemacht. Wie ist es aufgebaut, wie funktioniert es, welche Regeln gibt es, wie leben diese Menschen auf der Insel Selvia? Dieser Weltenaufbau ist Franziska Szmania gut gelungen.

Zu den “Tagen in der Dunkelheit” und die “Tage danach” werde ich nicht viel schreiben, da ich euch sonst spoilern würde, aber diese Abschnitte haben es teilweise echt in sich und sich sehr Gewalt lastig. Einzig der letzte Abschnitt hat an Spannung eine Zeit lang eingebüßt bevor es wieder so richtig losging.

Das Ende des Buches ist offen gehalten und Franziska Szmania plant bereits die Fortsetzung.

Der Schreibstil:

Anders. Das ist das perfekte Wort für die Beschreibung des Schreibstils von Franziska Szmania.

Wie oben bereits geschrieben wird die Geschichte aus der Sicht von Eva in der Ich-Perspektive erzählt. Aber die Art der Erzählungen sind so formuliert, als würde Eva selbst wie bei einem Bericht über die Geschehnisse berichten. Es wirkt manchmal ein wenig abgehackt und sprunghaft, aber es macht Sinn, wenn man darüber nachdenkt. Wenn ich selbst über ein gewisses Geschehen berichte, dann ist das auch nicht immer ein einwandfreier Fließtext. So ungefähr lässt sich der Schreibstil am besten erklären und beschreiben.


Mein Fazit:

“Eva Herrschaft” ist ein Buch, welches in seiner Art einfach anders ist im Vergleich zu anderen Dystopien.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es einigen Lesern richtig gut gefallen wird, vor allem denjenigen die auf der Suche nach besonderen Büchern sind. Aber ich denke auch, dass es nicht Jedermanns Sache ist. Und dennoch: Gebt Eva eine Chance und lest euch die Leseprobe bzw. den Anfang des Buches durch. (Auf Amazon ja leicht möglich)

“Eva Herrschaft” klassisch zu bewerten fällt mir dieses Mal wirklich sehr schwer. Aber ich würde dem Buch 4/5 Sterne geben.

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© Cover: Franziska Szmania

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