\Interview\ mit Juliane Seidel

Juni 28, 2019 4 Von Ramona

Es ist immer wieder aufs Neue spannend einen Autor besser kennen zu lernen und mit ihm/ihr ein Interview führen zu dürfen. Ich liebe es einfach. Und freue mich jedes Mal auf die tollen neuen Antworten, die sie mir schicken.

Deswegen habe ich heute im Rahmen der “Your Book Week” ein Autoreninterview mit Juliane Seidel für euch parat.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.


Dieser Beitrag ist in Kooperation mit Juliane Seidel entstanden, enthält zudem Verlinkungen und ist aufgrund dessen mit Werbung zu kennzeichnen.


Das Interview mit Juliane Seidel:

Hallo Juliane, danke, dass du dir die Zeit genommen hast, um ein paar Fragen zu beantworten.

Sehr gerne doch – ich freue mich

Möchtest du bitte kurz etwas über dich erzählen, damit die Leser wissen wer du bist?

Bunt, chaotisch, treu – so würde ich mich beschreiben. Ich lebe mit meiner Frau Tanja und zwei Katzen in meiner Wahlheimat Wiesbaden, liebe Bücher und Filme und habe ein Faible für Pen&Paper Rollenspiele. Ich mag den Frühling am meisten, auch wenn ich im Januar geboren wurde und schreibe am liebsten fantastische Kinder- und Jugendbücher. Mein Debüt und Herprojekt “Assjah” erschien 2013 beim Bookshouse Verlag und richtete sich an Leseratten ab 10; “Nachtschatten” ist meine Urban Fantasy Reihe für Jugendliche und junge Erwachsene. Neben dem Schreiben widme ich viel Zeit meinem Rezensionsblog “Like a Dream” der sich queere/LGBT-Literatur verschrieben hat. Er wurde im März 2019 stolze 18 Jahre alt, was ich mit der Benefizanthologie “Like a (bad) Dream” und 17 Autorenkolleg*innen gefeiert habe. Da ich queere Literatur schätze und auf meine Art unterstützen will, organisiere ich jährlich Lesefestival “QUEER gelesen“, in dem Bücher aus schwulen, lesbischen und transgender Genre präsentiert werden. Im September findet das Festival zum 6. Mal in der Bar “jeder Sicht” in Mainz statt.

Juliane Seidel
(c)Volker Stocker

In deinen Buch “Nachtschatten” geht es um Schutzengel. Wie bist du darauf gekommen? Und glaubst du selbst an diese übernatürlichen Wesen?

Die Ursprünge von “Nachtschatten” liegen in einer Kurzgeschichte, die ich vor langer Zeit für einen Vampir-Kurzgeschichtenwettbewerb geschrieben habe (“Blonder Engel”) . Diese ist aus Logans Sicht geschrieben, erst am Ende offenbart sich die Besonderheit seiner Gegnerin – die Tatsache, dass sie mit ihrem Schutzengel getauscht hat. Das war ursprünglich nur als Pointe, gefiel mit aber so gut, dass ich die Idee ausbaute und mri eine ganze Welt ausdachte. Ich entwickelte und schrieb einen 500-seitigen Einzelband, dich selbst da blieben noch Fragen offen, so dass ich die Geschichte um Lily und Co auf 3 Romane ausbaute und um einige Kurzgeschichten erweiterte. Ich glaube schon, dass es mehr gibt, als wir sehen – ob das nun Schutzengel sind, oder irgendetwas Göttliches, kann ich nicht sagen. Aber meinem Gefühl nach ist da etwas.

könnte das ein Blonder Engel sein?

Welches Hobby hast du außer dem Schreiben?

Wie bereits oben geschrieben, wäre da an erster Stelle mein Rezensionsblog “Like a Dream” zu nenne, der mich wirklich mein halbes Leben lang bereits begleitet (er 18, ich 36). Ich lese gerne und viel – zumeist bücher mit queeren Charakteren. Bücher sind also meine große Leidenschaft – in jeglicher Hinsicht. Zudem organisiere ich gerne – früher habe ich Messe- und Constände für die “Künstlervereinigung ARS” organisiert, danach habe ich 5 Jahre lang das Lesecáfe Wiesbaden ausgerichtet, woraus das Lesefestival “Queer gelesen” geworden ist. Irgendwie brauche ich immer etwas zum Organisieren – das macht mir Spaß.

Wünscht du dir von deinen Büchern alleine leben zu können? Also Autorin als Hauptberuf auszuüben? Oder bleibst du lieber Hobbyautorin? Wenn ja, wieso?

Ich bin ehrlich – ich habe keine Intentionen vom Schreiben Leben zu können. Ich bin mit meinem Status als Hobbyautorin sehr zufrieden. Selbst wenn ich bei einem großen Verlag unterkäme, würde ich meinem Brotjob nicht aufgeben und mich darauf stürzen vom Schreiben zu leben. Das hat vile Gründe – der Wichtigste: Ich liebe meinen Job und meine Kollegen. Das Klima dort ist klasse, wir haben tolle Chefs und ich mag die vielseitigen Aufgaben. Und da ich ein Mensch bin, dem Sicherheiten sehr wichtig sind, brauche ich am Ende des Moants einen Betrag X auf meinem Konto und eine gewisse Anzahl Urlaub, die ich mir nehmen kann, wann ich will ohne auf meine offenes Arbeitspensum zu achten. 

(c) Juliane Seidel

Du gewinnst im Lotto 10 Millionen Euro. Was würdest du mit diesem Geld machen?

Das ist eine gute Frage – wahrscheinlich würde ich ein paar Monate Auszeit nehmen und mit meiner Frau um die Welt reisen. Einfach all die Orte besuchen, die ich schon immer sehen wollte. Einen großen Teil würde ich anlegen für die Zukunft – wer weiß schon, wie weit meine Rente reicht, wenn ich in Ruhestand gehe du vielleicht auch meinen Eltern etwas zukommen lassen (für die nächste Kreuzfahrt). Einiges würde ich spenden – an Projekte, die mir wichtig sind. Ansonsten…keine Ahnung – da ich kein Lotto spiele, werde ich wohl nie in die Verlegenheit kommen.

Wenn du die Möglichkeit hättest einen Menschen oder ein Wesen zu treffen (egal ob real, tot, lebendig oder Phantasie), welches oder wen würdest du gerne treffen?

Nur eine Person – da fällt mir die Auswahl wirklich schwer. Natürlich wäre es toll einmal einige meiner Buchcharaktere zu treffen, aber ich denke meine Wahl würde wohl auf eine real existierende Persönlichkeit fallen. Nur da fiele mir die Wahl schwer – ich schwanke zwischen Oscar Wilde, Hermann Hesse und Markus Zusak. Alle drei bewundere ich wirklich . für ihre Bücher und das, was sie erschaffen haben.

Fremde Welten sind immer wieder etwas besonders. Woher nimmst du deine Inspiration fürs schreiben? Hast du ein persönliches Vorbild?

Mich inspirieren verschiedene Dinge – manchmal Artikel und Zeitungsberichte, manchmal historische oder aktuelle Ereignisse. Sehr inspirierend ist der Dialog mit meiner Frau, die ebenfalls schreibt und meinen Geschichten immer wieder ganz neue Aspekte und Ideen gibt. Sie hat eine ausufernde, wenngleich düsterere Fantasie als ich, aber dennoch liefert sie mir manchmal gute Denkansätze. Für´s Plotten und Schreiben ist das für mich unerlässlich. Vorbilder habe ich viele – in der vorherigen Frage habe ich bereits drei genannt. Ansonsten liebe ich noch Jonathan Stroud und Floortje Zwigtmann, wenn es um fantastische oder historische Stoffe geht. Im realen Jugendbuchbereich komme ich nicht an David Levithan und John Green vorbei.

Juliane Seidel und ihre Ehefrau
(c) Volker Stocker

Da wir schon mal bei fremden Welten sind. Stell dir folgendes vor: Du gehst im Wald spazieren und am Ende des Weges befinden sich plötzlich 5 Türen. Eine goldene reichlich verzierte, eine silberne ebenfalls mit Schnörkel, eine brozene mit wenigen Verzierungen, eine marmorfarbene, eine aus einfachem Holz. Du musst eine auswählen, da der Rückweg von Dornenhecken versperrt ist. Für welche entscheidest du dich?

Ich hoffe du beantwortest mir gleich, was sich hinter meiner gewählten Tür befindet. Ich bin der Silber- und Snörkeltyp – von daher wäre diese meine Wahl (auch wenn man jetzt natürlich davon ausgehen muss, das sie schlichte Holztür die beste Wahl ist – wie man es in Sagen und legenden kennt). Und wohin führt sie mich?

Deine Wahl ist – zumindest meiner Meinung nach – gar nicht so schlecht. Du landest in einem Wald, ausgestattet mit vielen unterschiedlichen Waffen und darfst nun deine Aufgaben, die dir gestellt werden, meistern. Wenn du erfolgreich bist darfst du wieder nach Hause zurück kehren oder in der fremden Welt bleiben, je nachdem wie du dich entscheidest, wenn du versagst wird dein Gedächtnis gelöscht und du irrst in dem Wald umher bis zu deinem Lebensende.

Liebe Juliane, vielen lieben Dank für deine Antworten.

Hoffentlich haben sie euch mindestens genauso gut gefallen, wie mir. Juliane ist ein sehr interessanter Mensch, welche sehr tolle Aktionen veranstaltet und organisiert.

Morgen geht es weiter mit der Your Book Week rund um “Nachtschatten”, also schaut gerne wieder vorbei.

Liebe Grüße, eure Ramona

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©Ornaments: pixabay.com

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